2021 Der Natuviva-Staffellauf der Nachhaltigkeit geht weiter!
05.04.2021
Remo Hesselbart:
CBET, das Biounternehmen
Bühl. Bio – das war schon immer die Leidenschaft von Remo Hesselbarth, der mit seinem Bio-Unternehmen unter dem Namen Cbet Bio-Lebensmittel aus ganz Europa in die Regale des bundesweiten Bio-Handels liefert. Er zählt auch zu den etablierten Vermarktern, die nicht nur den lokalen Einzelhandel beliefern. Vor allem große Kunden wie Edeka Südwest vertrauen seit vielen Jahren in Sachen Bio-Sortiment voll und ganz auf Cbet. „Wir zielen mit unserem Angebot vorwiegend auf den Bio-Großhandel in ganz Deutschland. Das sind auch unsere größten Abnehmer“, erklärt Hesselbarth.
Als echten Bio-Pionier bezeichnet Helga Decker den Großhändler, dessen Unternehmen heute in der Bühler Draisstraße angesiedelt ist. Die Bio-Unternehmerin, die selbst Obst und Gemüse von Hesselbarth bezieht, war jetzt als Vertreterin der „Bio-Musterregion Mittelbaden +“ zusammen mit dem Verein Freundeskreis Natuviva e.V. zu Gast bei Cbet. Auch, um sich vor Ort mit dem Firmengründer über die aktuell stark zunehmende Nachfrage nach Bio-Produkten auszutauschen. Dabei sprach sie auch die regionalen Erzeuger an, die durch Cbet die Möglichkeit erhalten, ihre Waren direkt in der Heimat anbieten zu können. „Tatsächlich sind wir hier der Vermarkter für die regionale Frischproduktion“, erklärte Hesselbarth, der das auch für eine außerordentlich wichtige Aufgabe seines Unternehmens bezeichnete. „Wir müssen den Erzeugern, wenn wir mehr ökologisch wertvolle Produkte in der Region produzieren möchten, auch die entsprechenden Signale geben.“
Rainer Ganter mit Staffel unterwegs auf dem Fahrrad
Denn, wer eventuell vor der Entscheidung stehe, seinen Betrieb vom konventionellen Landbau auf Bio umzustellen, müsse auch die Sicherheit haben, dass seine Ware einen Abnehmer findet, der dann auch wirklich faire Konditionen anbietet, erklärt Remo Hesselbarth.
Derzeit sei Cbet noch darauf angewiesen, Produkte auch aus weiter entlegenen Regionen Deutschlands zu beziehen. „Wir müssen beispielsweise Karotten aus Niedersachsen beziehen, weil das regionale Angebot es einfach nicht hergibt“, sagt der Bio-Unternehmer. Da sei noch viel Luft nach oben. Und davon könnten viele Landwirte aus Mittelbaden profitieren.
Trotz des regnerischen und kalten Wetters hatte sich am Vormittag der Fautenbacher Bio-Erzeuger Rainer Ganter auf dem Fahrrad in Bewegung gesetzt, um Remo Hesselbarth ein Staffelholz zu übergeben. Der Staffellauf der Nachhaltigkeit, den die Bio-Musterregion gemeinsam mit dem Baden-Badener Verein Natuviva ins Leben gerufen hat, kam damit erstmals seit dem Start dieser Rundreise durch nachhaltige Betriebe im Landkreis Rastatt an.
15.01.2021
Rainer Ganter:
Ein Wertefundament für Mensch und Umwelt
Achern-Fautenbach. Der Natuviva-Staffellauf der Nachhaltigkeit in der Bio-Musterregion Mittelbaden + macht Station beim Biohof von Rainer Ganter:
Tofu, Milch oder auch Sprossen – Soja hat heute längst seinen festen Stellenwert auf unserem Speiseplan und gilt als gesundes Lebensmittel. Dennoch: Die Bohne kämpft mit einem Image-Problem. Denn die weltweit riesige Nachfrage nach Soja geht einher mit der Rodung gewaltiger Waldflächen. Derzeit, so heißt es etwa in einer aktuellen Studie des World Wildlife Found (WWF), werden gut 80 Prozent der Produktion zu Tierfutter verarbeitet, für die Zucht von Rindern, Schweinen und Geflügel. Dazu ist die globale Anbaufläche auf mehr als 125 Millionen Hektar angewachsen. Eine Fläche, die etwa der dreifachen Größe Deutschlands entspricht. Und auch der zunehmende Einsatz von Gen-Technik bereitet Kritikern Sorge.
Dass sich der Anbau von Soja auch biologisch unbedenklich gestalten lässt, zeigt auch Rainer Ganter mit seinem Bio-Betrieb in Achern-Fautenbach. Der Landwirt hatte schon früh auf den ökologischen Anbau von Soja gesetzt. Seit gut 30 Jahren werden die Produkte auf seinem Hof Bio produziert. Neben Soja auch Kartoffeln. „Irgendwann sind wir auf die Soja-Bohne gestoßen und haben versucht, das nach Bio-Richtlinien anzubauen“, erinnert sich Ganter an die Anfänge seiner Soja-Produktion. Allerdings, so erzählt er, sei der erste Versuch vor gut 20 Jahren letztlich ein totaler Reinfall gewesen. „Die Tauben haben uns das Saatgut weggefressen, und alles sei von Beikräutern überwachsen gewesen. „Aufgegeben habe er dennoch nicht. Heute spricht Ganter von Erfahrungswerten, die ihm zur damaligen Zeit niemand hätte vorgeben können. Schließlich sei er einer der Ersten gewesen, die in der Ortenau mit Soja begonnen hätten. Auch, weil es an Abnehmern gemangelt habe. Immerhin, so sagt Rainer Ganter, werde die große Masse des Soja, das in Deutschland verarbeitet werde, in riesigen Mengen übers Meer aus Afrika, Brasilien und Nordamerika in die deutschen Häfen verfrachtet.
Heute garantieren Soja-Unternehmen wie der Freiburger Hersteller Taifun die Abnahme des Bio-Soja. „Dort wird vor allem Tofu hergestellt, in Masse mit Soja aus der Ortenau“, erklärt der Bio-Landwirt. „Der Erfolg ist heute recht durchgängig. Wir haben gelernt mit der Pflanze umzugehen und auch der Markt hat sich gut entwickelt. Für einen Bio-Betrieb ist Soja heute eine gute Kultur. Und heute pflanzen wir sie auf gut 20 bis 25 Hektar Fläche.“ Als eine Herausforderung bezeichnet Ganter seine Geschichte mit Soja, die sich nach einem langen Lernprozess sehr glücklich entwickelt habe. „Es ist möglich, Soja ökologisch wertvoll anzubauen. Und wenn man weiß, wie man mit der Pflanze umgehen muss, ist es ein dankbares und gutes Produkt“, zieht Rainer Ganter sein Fazit. Und weil er einer ist, der nicht aufgibt, wenn es schwierig wird, und weiter nach seiner Überzeugung von nachhaltiger Landwirtschaft nach Lösungen sucht, ist Rainer Ganter dann auch jemand, der sich die Staffel der Nachhaltigkeit redlich verdient hat.
14.01.2021
Nachhaltiges Bauen bei WeberHaus
Linx. Der Staffellauf geht 2021 weiter: zusammen mit den Initiatoren der Bio-Musterregion Mittelbaden+ startete am 14.1. die Initiativgruppe um die Weitunger Bio-Unternehmerin Helga Decker und die Vorsitzende des Gemeinwohl-Forums Baden (GFB), Raphaela Riedmiller-Kuttnick-Wicht mit dem Staffellauf der Nachhaltigkeit zusammen mit dem Freundeskreis Natuviva e.V..
Als Grußwort für die Initiative referierte Journalist und Politik-Wissenschaftler Franz Alt über die Notwendigkeit nachhaltiger Landwirtschaft und unterstützt mit Rat und Tat die neue Bio-Musterregion. Jochen Morlock und Regine C. Henschel von Natuviva starteten den Lauf 2021 und übergaben die hölzerne Staffel an Hardy Rose von WeberHaus als erste Station des Staffellaufs und der gemeinsame Startpunkt in 2021.
Planen und Starten: Jochen Morlock, Regine C. Henschel (vorne) und die ersten Staffelläufer in 2021 Martin Thiele (Mitte) und Leon Pagonis (ganz links).
Hardy Rose von WeberHaus, Leon Pangonis und Martin Thiele mit der Staffel der Nachhaltigkeit.
Staffellauf zwischen den Städten
Unsere Staffelträger treffen an einem vereinbarten Ort interessierte Bürger. Schüler, Senioren, Leistungssportler, Menschen mit Behinderung, Vereinsmitglieder, Prominente – alle sind eingeladen, gemeinsam zu einem zentralen Veranstaltungsplatz im Herzen der Stadt zu laufen. Nach einer offiziellen Begrüßung durch Vertreter der Kommune werden kurz Ablauf und Ziele des Staffellaufs sowie die beteiligten Akteure vorgestellt. Im Stil eines moderierten Interviews werden die Akteure dazu befragt, was sie unter nachhaltigem Handeln verstehen und welche Wünsche sie an Ihre Mitwelt haben.
Je nach der Situation vor Ort können nun auf dem Veranstaltungsplatz oder in Form eines Stationenlaufs nachhaltige Themen möglichst ganzheitlich und anfassbar vorgestellt werden. Dies kann mithilfe von Vorträgen, Podiumsdiskussionen, Workshops, musikalischen Beiträgen und künstlerischen Aktivitäten erfolgen. Gerade bei diesem Teil der Veranstaltung ist die Beteiligung lokaler Akteure besonders wichtig.
Sie kennen die Besonderheiten, Herausforderungen und bereits erreichten Erfolge und können so authentisch und überzeugend vermitteln. Der Stationenlauf erfolgt in Kleingruppen, da nur so eine effektive Wissensvermittlung an den Stationen möglich ist.
Außerdem soll ein Rahmenprogramm stattfinden, z.B. ein Poetry Slam, Autorenlesungen und eine kleine Feier gemeinsam mit den einzelnen Verbänden und Vereinen, die sich am Staffellauf beteiligt haben und sich hierbei auch präsentieren.
Am Ende des Staffellaufs wird die Staffel feierlich an den nächsten Läufer übergeben, der sie emissionsfrei zum nachfolgenden Austragungsort trägt.
Sehr gerne präsentieren wir den Natuviva Staffellauf der Nachhaltigkeit auch im Rahmen einer bei Ihnen stattfindenden Veranstaltung.
Bienenblumenwiese
Bäume pflanzen
Kreatives Recycling
ALTERNATIVE MOBILITÄT
Universität/Hochschule
Nachhaltig agierende Jugend
… unterstützt im Rahmen des Staffellaufs der Nachhaltigkeit Schülerinnen und
Schüler dabei, sich vor Ort zu engagieren und ihre Projektideen umzusetzen. Es
werden Projekte zur Förderung politischer und kultureller Bildung für Kinder und
Jugendliche unterstützt, junge Menschen zum nachhaltigen Denken und politischen
Handeln ermuntert und ihr nachhaltiges und politisches Engagement gefördert.
Wir fördern Projekte Jugendlicher, die sich für den Schutz der Umwelt, der
Natur, die Erhaltung der Artenvielfalt und der sozialen Gerechtigkeit einsetzen,
sich für fairen Handel in der Welt engagieren oder gegen Rassismus kämpfen. Die
Projekte sollen von Jugendlichen selbst organisiert werden mit dem Ziel, das eigene
Umfeld zu gestalten oder die Lebenssituation vor Ort zu verbessern.